Reformen am Glücksspielstaatsvertrag und die gerichtliche Blockade von GGL-Anordnungen
Otto Perry · Sep 8, 2026

Reformen am Glücksspielstaatsvertrag und die gerichtliche Blockade von GGL-Anordnungen

Die deutschen Bundesländer arbeiten derzeit an der Ratifizierung von Reformen des Glücksspielstaatsvertrags, die der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder erweiterte Kompetenzen für IP- und Suchergebnissperrungen bei illegalen Glücksspielangeboten verleihen sollen, während das Verwaltungsgericht Halle in mehreren Entscheidungen diese Befugnisse eingeschränkt hat.
Der aktuelle Stand der Vertragsreformen
Die Länder haben den Prozess der Zustimmung zu den Änderungen am Interstate Treaty on Gambling aufgenommen, wodurch die GGL künftig direkter gegen unautorisierte Online-Angebote vorgehen kann, und die Umsetzung soll im September 2026 weitere Schritte erreichen, während parallele Gerichtsverfahren die praktische Anwendung beeinflussen.
Experten haben beobachtet, dass die Reformen auf eine stärkere Durchsetzung der bestehenden Regeln abzielen, doch die gerichtlichen Eingriffe werfen Fragen zur Vereinbarkeit mit europäischem Recht auf, und Beobachter notieren, dass die Abstimmung zwischen den Ländern noch andauert.
Die Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Halle
Das Verwaltungsgericht Halle hat in Beschlüssen, darunter dem vom 24. August 2026 unter dem Aktenzeichen 7 B 62/26 HAL, die von der GGL erlassenen Anordnungen zur Sperrung von Webseiten und Suchergebnissen vorläufig gestoppt, weil ein strukturelles Vollzugsdefizit vorliege, das gegen EU-Recht verstoße.
Die Richter verwiesen auf administrative Inkonsistenzen, bei denen illegale Markterweiterungen geduldet würden, während gleichzeitig strenge Vorgaben durchgesetzt werden sollten, und diese Widersprüche führten zu der Einschätzung, dass die Maßnahmen nicht rechtmäßig seien.

Die betroffenen Anbieter hatten gegen die Direktiven der Behörde geklagt, und das Gericht folgte den Argumenten, dass die Durchsetzungspraxis nicht einheitlich sei, während die Reformen des Staatsvertrags noch nicht vollständig in Kraft getreten sind.
Hintergründe zu den EU-rechtlichen Aspekten
Das Gericht stellte fest, dass das Vorgehen der GGL ein Vollzugsdefizit aufweise, das mit den Anforderungen des EU-Rechts kollidiere, und dies betreffe insbesondere die selektive Anwendung von Sperrmaßnahmen gegenüber verschiedenen Anbietern auf dem Markt.
Rechtsexperten haben in ähnlichen Fällen darauf hingewiesen, dass nationale Behörden ihre Regelungen konsistent ausgestalten müssen, um europäische Vorgaben zu erfüllen, und die Entscheidung aus Halle könnte weitere Verfahren in anderen Bundesländern beeinflussen.
Auswirkungen auf die Praxis der Sperrungen
Durch die gerichtlichen Entscheidungen bleiben die von der GGL geplanten IP- und Suchmaschinenblockaden zunächst ausgesetzt, und die Bundesländer müssen nun klären, wie die Reformen des GlüStV mit den festgestellten Mängeln in Einklang gebracht werden können.
Behördenvertreter haben angekündigt, die Urteilsbegründung genau zu prüfen, während die Ratifizierung der Änderungen weiterläuft, und Beobachter rechnen mit Anpassungen bei der künftigen Umsetzung.
Schlussfolgerung
Die Entwicklungen zeigen, dass die geplanten Erweiterungen der GGL-Befugnisse vorerst durch die Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Halle gebremst werden, und die Bundesländer stehen vor der Aufgabe, die Reformen des Glücksspielstaatsvertrags mit den europarechtlichen Anforderungen abzustimmen. Heise Online berichtet über den aktuellen Stand, und weitere Verfahren könnten die Lage in den kommenden Monaten prägen.